Familienreise. Auf zu neuen Ufern

1024 683 Das Kind schaukeln

Familienreise. Auf zu neuen Ufern

Das Leben wird oft mit einer Reise verglichen. Sie als Eltern waren, bevor Sie sich kennengelernt haben, jeder für sich unterwegs auf Ihrer Reise, als Individualtourist oder in Gruppenreisen. Die Reisebedingungen und die Konstellation der Mitreisenden waren mal besser mal schlechter. Es gab Highlights, Tiefpunkte und viel dazwischen.

Irgendwann und irgendwo haben Sie sich getroffen und dann entschieden, gemeinsam weiter zu reisen. Diese Reise als Paar macht manches komplizierter, vieles aber auch schöner und erfüllender.

Vor einiger Zeit kündigte sich dann ein neuer Teilnehmer für Ihre kleinen Reisegruppe an. Vielleicht hatten Sie das so geplant, vielleicht kam dies überraschend für Sie. Auf jeden Fall wurden Sie dadurch mit einer neuen Aufgabe betraut, nämlich als Reiseleiter.

Dieser neue Teilnehmer, Ihr Baby, ist völlig auf Ihre Hilfe angewiesen, da es sich in dem für ihn ganz neuen Land überhaupt nicht auskennt. Es war noch nie dort und wird wahrscheinlich auch immer wieder mal überwältigt oder auch überfordert sein von den ganzen Eindrücken. Das kann sich darin äußern, dass es schlecht schläft, häufig weint und sich schlecht beruhigen lässt. Vielleicht ist es nur dann zufrieden, wenn es bei Ihnen auf dem Arm ist, ganz nah an der Reiseleitung. Manchmal könnte es von Heimweh geplagt werden, nach dem, was 9 Monate (oder auch weniger) sein vertrautes Zuhause war. Erschwerend kommt hinzu, dass das neue Mitglied Ihrer Reisegruppe Ihre Sprache weder spricht noch besonders gut versteht.

Die große Herausforderung für Sie als Reiseleiter besteht darin,

  • andere Kommunikationswege zu finden, mehr und mehr die Sprache Ihres Babys zu verstehen und zu sprechen.

  • das Reisetempo an die Bedürfnisse aller Mitreisenden anzupassen, sodass es Ihnen allen gut geht.

  • die Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten an Ihre gemeinsamen Interessen anzupassen. Im Zweifelsfall kann dies auch eine Änderung der geplanten Reiseroute sein.

Sie sehen: Der Grund für mögliches Weinen oder schlechtes Schlafen Ihres Babys liegt vermutlich viel mehr an der Reise selbst und der Anpassung an die neuen Bedingungen, als an Ihren Fähigkeiten als Reiseleiter, also Eltern.

Wichtige Fähigkeiten für frischgebackene „Reiseleiter“ sind daher:

  • Trotz der Belastung (versuchen,) ruhig zu bleiben
  • Der Reisegruppe vermitteln, dass man gemeinsam diese schwierige Etappe meistern wird
  • Sich erinnern, dass man auf seinen Reisen schon andere schwierige Etappen gemeistert hat, um daraus Zuversicht zu gewinnen, dass Sie die Bergetappen des Familienstarts erfolgreich bewältigen werden
  • Sich gegenseitig als Reiseleiter-Team unterstützen
  • Wenn Ihnen die Puste ausgeht und sie den Eindruck haben, es alleine nicht zu schaffen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen
  • In den schönen Momenten inne zu halten und den besonderen Augenblick bewusst zu genießen.

Ideen zum Nachmachen:

  • Überlegen Sie mit Ihrem Partner, was Ihnen beim Reisen wichtig ist und welche „Sehenswürdigkeiten“ sie mit Ihrem Kind auf keinen Fall verpassen wollen. Das kann der Besuch eines besonderen Ortes sein, eigene Familientraditionen oder auch bestimmte Umgangsformen.
  • Welche Aspekte dieses Vergleichs passen auf Ihre Situation und helfen Ihnen einen neuen Blickwinkel einzunehmen?
  • Lassen Sie am Ende jedes „Reisetages“ nochmal bewusst die schönsten Erlebnisse Revue passieren.